2010 – Der schwäbische Tartüff

(von Johann Martin Enderle)

Im Haushalt von Eugen Auberle geht’s drunter und drüber. Die Zeiten sind alles andere als rosig. Er muss Besitz und Vermögen zusammen- halten. Seine Kinder sind faul, liegen ihm auf der Tasche, wissen nichts mit ihrem Leben und der Zukunft anzufangen. Seine (zweite) Frau lebt auf großem Fuß und empfängt laufend Besuch. Das Dienstmädchen steckt überall ihre Nase rein und der Schwager hat keine andere Arbeit, als ihm ständig kluge Ratschläge zu geben. Also holt sich Eugen Tartüff ins Haus, ein – wie er findet – echter Gottesmann: fromm und bescheiden, dankbar und zuvorkommend. Ihn macht er zu seinem “Bruderherz”. Doch der Heuchler Tartüff erkennt schnell die disparate Lage, schmeichelt sich scheinheilig bei Eugen ein und schwingt sich zu seinem Stellvertreter und Maßstab religiös-moralischer Werte auf.

Die Familienmitglieder erkennen Tartüffs schmarotzerhaftes Verstellspiel. Sie versuchen jedoch vergeblich Eugens Verblendung aufzudecken…
Auf diesem Humus entwickelt sich ein turbulentes Spiel um Sein und Schein. Um Ehrlichkeit und Verstellung. Um Vernunft und Unvernunft. Um Wahrheit und Lüge.

Mitwirkende: Christine Denzel, Johannes Fiederling, Lydia Forstenhäusler, Berthold Kranz, Kurt Kloos, Claus Krattenmacher, Ingrid Nothelfer, Franz Ott, Christina Widmer, Gerold Wiedenmann, Klaus Wiedenmann.
Inszenierung: Gerold Wiedenmann